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Klebrige Zeiten
Der Chef
Gestern ist mir ein altes Schriftstück in die Hände gefallen, über das ich als Jungendlicher gelacht habe. Und auch heute (eigentlich gehe ich noch immer als Jungendlicher durch..), musste ich noch ziemlich darüber schmunzeln. Ich möchte vorweg noch erwähnen, dass es sich im Grunde genommen um einen medizinischen Text handelt! Und jetzt viel Spaß beim Lesen:
Als die ersten Menschen erschaffen wurden, wollten alle Körperteile Chef sein. Das Gehirn sagte: “Da ich alles lenke und das Denken besorge, ist es doch klar, dass ich Chef werde.” Die Füße meinten: “Da wir die Menschen dahin tragen, wo er hinzugehen wünscht und in die Stellung bringen, in die er die Wünsche des Gehirns ausführt, sollten wir doch Chef werden.” Die Hände sprachen: “Da wir alle Arbeiten verrichten und das Geld verdienen müssen, um euch am Leben zu erhalten, sollten wir Chef werden.”
So ging es mit dem Herzen, der Lunge, den Augen und den Ohren. Endlich meldete sich das Arschloch zu Wort und verlangte, Chef zu werden. Alle Körperteile lachten fürchterlich, dass ein Arschloch Chef werden wollte. Das Arschloch wurde darauf so ärgerlich, dass es sich verschloss und nicht mehr funktionierte. Bald hatte das Gehirn Fieber, die Augen schielten, die Knie wurden weich, die Füße wurden zu schwach um zu Laufen, die Hände flatterten und das Herz und die Lunge kämpften, um am Leben zu bleiben. Alle baten das Gehirn, nachzugeben und das Arschloch zum Chef zu machen. So geschah es!
Alle verrichteten ihre Arbeit und das Arschloch kommandierte, und alles, was es herausbrachte, war Scheiße!
Moral: Als Chef braucht man nichts zu können, man muss nur ein kräftiges Arschloch sein!
Auszeit!
Geschafft! Vielleicht habt ihr es gemerkt: die letzte Zeit war ich kaum bis selten in meinen geliebten sozialen Netzwerken unterwegs. Meine Blogs habe ich zwar noch gepostet, aber sonst habe ich im Januar kein privates Internet genutzt und mich diesbezüglich sehr zurückgehalten. Man lese und staune! Der Akte 12/01-Test: “Leben offline – wie man sich auch anders die Zeit vertreiben kann”. Ulrich Meyer wäre stolz auf mich.
Und was soll ich sagen? Es war cool! Naja, der Anfang war ungewohnt: ich habe sämtliche Push Notifications (das sind aufploppende Handy-Benachrichtigungen {ja, ich habe auch Senioren, die diesen Blog verfolgen}) meiner News-Programme deaktiviert, ich habe Facebook als Startseite gelöscht und – das fiel mir am schwersten, da ich doch immer alles (besser) weiß – ich habe keine alltäglichen Unklarheiten und Hintergrundinformationen gegoogelt und gewikipediat. Ob es letzteres Wort gibt, hätte ich jetzt zum Beispiel im World Wide Web nachgeschlagen.
In meiner neugewonnenen analogen Freizeit habe ich viel unternommen, Musik gehört und ein feines Buch gelesen (Gott bewahre von John Niven. War wirklich unterhaltsam!). Ich habe sogar die restlichen Zutaten aus der Weihnachtszeit “verbacken”. Da fällt mir ein, dass ich euch noch ein Brotrezept schuldig bin.. besteht da noch Interesse?
Jedenfalls – und das ist mein Fazit dieser philosophisch angehauchten Ausgabe meines Blogs – würde ich jedem raten, sich einmal so eine kleine Auszeit zu nehmen. Es ist erstaunlich, was sich in einem verändert. Die Eindrücke sind natürlich interindividuell verschieden, aber es funktioniert ganz gut; auch ohne zu wissen, dass der kleinen Roshanara aus Neu-Delhi eine dritte Brust auf der Stirn wächst. In diesem Sinne: macht euch frei.. und schickt mir Fotos!
Ich bin ein Star
- holt mich hier raus! Dieses mal keine abgedroschenen Wortspiele oder flache Kalauer. Nein, ich möchte mich outen: Ich bin Fan! Übrigens auch von den Desperate Housewives und Bauer sucht Frau (DVDs, Bücher zur Serie und Actionfiguren werden dankend entgegengenommen). Amüsiert? Schockiert? Enttäuscht? Na na na.. aber ich finde es wirklich unterhaltsam, wenn sich Menschen innerhalb ihres Mikrokosmos’ über Kleinigkeiten aufregen, der nackte Hintern eines weltbekannten Models präsenter ist als das Logo des Senders und sich darum gestritten wird, wer die dickere Vaginahälfte futtern darf. Willkommen im Jahr 2012, willkommen beim TV 2.0! Ich find’s super.
So, und jetzt schaue ich Dschungelcamp. Es lebe das zeitversetzte Fernsehen!
NEU NEU NEU
Liebe Leute,
da am 21. Dezember 2012 die Welt untergehen soll (obwohl ich in meinem Kalender schon bis 2013 blättern kann.. was für eine Verschwendung!),
wollte ich die Gelegenheit nutzen und habe ein bisschen an meiner Website rumgeschraubt. Und das was ihr hier seht, wenn ihr euren Kopf nach links, rechts, oben und unten schwenkt, ist dabei rausgekommen. Ich werde jetzt öfters schreiben und Sachen posten, und ihr dürft euch wie zu Hause fühlen und gerne kommentieren.
Beste Grüße und carpe diem, Tim
